Über Læger uden sponsor (deutsch)

Læger uden sponsor (Ärzte ohne Sponsor) ist ein 2004 gegründetes Netzwerk dänischer Ärzte und Medizinstudenten zur Förderung der Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen in Klinik, Forschung und Ausbildung.

Ein wichtiges Arbeitsfeld des Netzwerks ist es, das Bewußtsein zu schärfen für Interessenkonflikte im Gesundheitswesen durch Sponsorate, Forschungszusammenarbeit und Geschenke von kommerziellen Interessenten.

Unsere Auffassung von den verschiedenen Rollen im Gesundheitswesen und einige Hinweise auf die dazu vorliegende Evidenz gehen aus  “WAS WIR ANERKENNEN” hervor.

Unter Ziele werden in “WAS WIR WOLLEN” beschrieben.

Wir betreiben ein internes Debattenforum auf Mailbasis und haben Listen von relevanter Literatur (Links weiter unten) zusammengestellt.
Das Netzwerk hat mehrere Kontaktpersonen, die Kollegen, den Medien und anderen Organisationen zur Verfügung stehen (siehe ganz unten).

WAS WIR ANERKENNEN

  • Die Akteure im Gesundheitssektor haben nicht immer gemeinsame Interessen. Die Loyalität von Ärzten liegt primär bei ihren Patienten, die Betreiber des Gesundheitswesens sind den Bürgern gegenüber verantwortlich, sowohl den gesunden wie den kranken, und die Medizinal- und Medikoindustrie dient primär ihren Aktionären.
  • Der Zusammenfall von wirtschaftlichen Interessen mit einer oder mehreren Pharmafirmen beeinflußt die Haltung von Ärzten zu Arzneimitteln (N Engl J Med 1998;338:101-6).
  • Das Sponsoring von Forschung kann sowohl die veröffentlichten Resultate (BMJ 2003;326:1167-1170) als auch die Schlußsätze  (JAMA. 2003;290:921-928) in Artikeln zu klinischen Studien beeinflussen.
  • Die Teilnahme an Symposien und Konferenzen von Pharmafirmen sowie die Annahme von Sponsoring von Festessen, Reisen etc führt zu häufigerer Verordnung der Arzneimittel des Sponsors  (Chest. 1992; 102:270-273  JAMA 2000;283:373-80).
  • Ärzte werden durch Reklame beeinflußt (Am J Med 1982;73:4-8), und auch kleine Gaben können das Verhalten von Ärzten beeinflussen (Am J Bioeth. 2003;3:39-46).
  • Der Besuch von Pharmareferenten beeinflußt die Verordnungen von Ärzten (Family Practice 2003;20:61-68).
  • Die Debatte über das Verhältnis von Ärzten zu kommerziellen Akteuren im Gesundheitswesen, die an anderen Ländern (z.B. No Free Lunch og Leger mot økt kommersialisering og korrupsjon) geführt wird, ist auch in Dänemark notwendig.

WAS WIR WOLLEN

  • Auf die Verzeichnung der Durchführung und Vermittlung von Forschung durch kommerzielles Sponsoring aufmerksam machen
  • Der kommerziell begründeten Krankmachung von Gesunden entgegenwirken
  • Zu einer Diskussion beitragen, wie Ärzte die Ressourcen der Allgemeinheit verwalten und welche Konsequenzen die Abhängigkeit von kommerziellen Interessen für die Ratschläge von Ärzten an Patienten haben kann
  • Alle Bestrebungen unterstützen,  ärztliche Fort- und Weiterbildung unabhängig von kommerziellen Interessen (wie z.B. der Pharmaindustrie) zu sichern
  • Zu einer größeren Offenheit über ökonomische und forschungsrelevante Inteeressenkonflikte im Gesundheitswesen beitragen
  • Über eigene Interessenkonflikte informieren und bei sowohl schriftlichen wie mündlichen Präsentationen von der kommerziellen Honorierung oder Sponsoring durch die Medizinal- und Medikoindustrie absehen – unabhängig davon, ob die Information an Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Politiker, Journalisten oder Laien weitergegeben wird
  • Eine rationelle, forschungsbasierte, patientorientierte und ethisch begründete ärztliche Praxis in Klinik, Forschung und Vermitttlung stärken
  • Das Vertrauen der Patienten in den Arzt als unabhängigen Ratgeber wiederherstellen, der eine gerechte Verteilung der allgemeinen Ressourcen im Gesundheitssektor anstrebt

Wissenschaftliche Literatur zur Wirkung von Sponsoring und Marketing im Medizinal- und Medikobereich

KONTAKTPERSONEN

Peter Gøtzsche   +45 35 45 71 12. Mail

Bias in der medizinischen Forschung. Unabhängige Information für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und die Öffentlichkeit.

Preben Holme Jørgensen   +45 47 19 45 00 Mail
Allgemeinmedizin. Pharmakologische Forschung, Praxis und Information unabhängig von kommerziellen Interessen.

Mats Lindberg   +45 20 93 09 79 Mail
Innere Medizin. Rheumatologie. Pharmakologische Information unabhängig von kommerziellen Interessen. Einfluß von kommerziellen Interessen auf die klinische Forschung. Interessenkonflikte im Gesundheitswesen. Disease-mongering. Gesundheitsökonomie.

Lisbeth Kortegaard   +45 22 48 64 15 Mail
Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie, Medikalisierung, Disease-mongering.

Thorsten Schumann   +45 28 99 47 02 Mail
Kinder- und Jugendpsychiatrie. Off-label use. Interessenkonflikte im Gesundheitswesen.

Lars Kristian Storr  +45 44 69 22 33 Mail
Neurologie.

Andreas Lundh, +45 50 22 52 98  Mail
Interessenkonflikte im Gesundheitswesen. Einfluß der industriefinanzierten Forschung.

John Brodersen, +45 20276181 Mail

Allgemeinmedizin. Prävention. Wie gesunde Menschen zu Patienten werden (Medikalisation, Krankmachung). Informierte Zustimmung. Medizinische Ehtik. Überdiagnostik und damit Übertherapie (Disease mongering, diagnostischer Drift und Identifikation akzidenteller Abnormaliäten und pathologischer Befunde).

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